Viel mehr als nur ein Spiel!

Lernen wird oft mit Anstrengung, Seriosität und Arbeit assoziiert, sodass Planspiele häufig als Spielerei abgetan werden. Dass Planspiele aber durchaus einen ernsthaften Charakter haben, zeigt bereits ihre Entstehung im preußischen Militär. Die dortigen Kriegsspiele dienten nicht nur zur Planung von Strategien und Taktiken, sondern wurden bereits früh zur Ausbildung und Auswahl von militärischen Führungskräften verwendet. Heute werden Planspiele in der Aus- und Weiterbildung, der Organisationsentwicklung und der Strategieberatung eingesetzt. Ebenso haben sie sich bei der Überprüfung von Kompetenzen im Rahmen der Personalauswahl und in beruflichen Trainings und Bildungsprogrammen bewährt.

Modellhafte Abbildung der Realität

Planspiele sind realitätsnahe Modelle, in denen Menschen Rollen übernehmen und unter Beachtung spezifischer Regeln Entscheidungen treffen, deren Auswirkungen simuliert werden. Im Gegensatz zu reinen Rollenspielen, die Gesprächssituationen und kommunikatives Verhalten, aber keine Umwelt simulieren, bilden Planspiele soziale Phänomene und komplexe Lebenswelten ab. Dabei werden die wesentlichen Faktoren und Eigenschaften der zu simulierenden Prozesse und ihre Wechselwirkungen unter Berücksichtigung der vorhandenen Ressourcen (z. B. Zeit, Geld) simuliert, wobei die Realitätsabbildung auf ein didaktisch angemessenes Maß reduziert wird. Der dynamische Charakter von Simulationen ermöglicht die Nachbildung und Untersuchung von Systemabläufen, die man in der Wirklichkeit aus Zeit-, Kosten- oder Gefahrengründen nicht durchführen kann.

Spielerisch lernen

Im Gegensatz zur Simulation dient das reine Spiel (z. B. Fußball) normalerweise keiner modellhaften Abbildung der Wirklichkeit. Allerdings zeigt schon der lateinische Begriff für Spiel „ludus“, der neben Unterhaltung und Spaß auch Schule bedeutet, dass man durch Spielen Wissen erwerben kann. Das Planspiel dient explizit der sozialen Wissenskonstruktion und beinhaltet neben dem Bezug zu realen Systemen ein abstraktes System von Regeln zur Strukturierung der Abläufe. Gerade durch die Abbildung realer Spielregeln von Systemen (z. B. rechtliche und wirtschaftliche Gegebenheiten) im Planspiel können diese erfahren und erlernt werden. Diese Form des kooperativen Lernens fordert das Problemlösen im Team heraus und stellt für den Kompetenzerwerb praxisnahe Lernfelder mit realistischer Komplexität und Entscheidungs- und Handlungsspielräumen bereit.

Aus Fehlern lernen

Gerade im Bereich der Problemlösefähigkeiten in der Gruppe ist es notwendig, dass Fehler gemacht werden dürfen, aus denen dann gelernt werden kann. Deshalb dürfen sie nicht durch gestalterische Maßnahmen verhindert werden. Es sollte lediglich garantiert werden, dass die Folgen der an sich wünschenswerten Fehler harmlos bleiben. Dazu gehört als zentrales Element für das Gelingen des Lernprozesses das Probehandeln. Die unmittelbare Rückmeldung der Handlungsfolgen stellt einen weiteren Vorteil von Planspielen dar.

Problemorientiertes Lernen

Planspielmethoden setzen die zentralen Prinzipien des problemorientierten Lernens in die Praxis um und haben alle Merkmale eines handlungsorientierten Unterrichts – wie Realitätsnähe, Ganzheitlichkeit, Reflexion, Lerneraktivierung und -orientierung. Diese erfahrungsorientierten Methoden ermöglichen das Planen sinnvoller Handlungsstrategien, ihre Ausführung und Optimierung. Im Mittelpunkt stehen die Formulierung von Zielen und Strategien zur Zielerreichung, das Umsetzen von Maßnahmen, die Früherkennung, Analyse und Beurteilung von kritischen Situationen und das Transparentmachen der Folgen von Entscheidungen. In den Reflexionsphasen können die simulierten Systemzusammenhänge und die mentalen Modelle der Beteiligten über die Problemlösesituation diskutiert und das im Planspiel Erlebte bewertet werden.

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Planspiel in Aktion: BR alpha über das riva-Planspiel IRIS Insurance Game

„Mit der Methode Planspiel wird eine ganzheitliche Sichtweise trainiert. Die Teilnehmer lernen spielerisch die Zusammenhänge aller Bereiche kennen und können ausprobieren, wie sich Entscheidungen auswirken. Vier Tage lang Vorstand üben, davon profitiert jeder Mitarbeiter.“
© BR (Erstsendung: 17.07.2002 um 21.45 Uhr, BR alpha)

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